Meine Morgenstadt ** Susanne Wiegel ** Transition Town Essen

Ohne Menschen keine Morgenstadt. Deshalb lassen wir hier die zu Wort kommen, die schon heute die Stadt von Morgen gestalten. Den Beginn macht Susanne Wiegel, seit März 2012 als Mitinitiatorin bei „Transition Town – Essen im Wandel“ aktiv

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Ihr Engagement in drei Sätzen
Klimawandel, Ressourcenverschwendung und unsere Wachstums-Wirtschaft sind für mich zentrale Bereiche, in denen Veränderungen meines Erachtens über kurz oder lang unumgänglich sind. Mit konkretem, gemeinschaftlichem Handeln hier vor Ort möchte ich mich – wie es in der weltweiten Transition Bewegung geschieht – für ein Bewusstwerden von Hintergründen und Zusammenhängen und für einen Wandel unserer bestehenden Strukturen einsetzen, z. B. durch Nahrungsmittelanbau in Gemeinschaftsgärten, durch Repaircafés und vielfältige ressourcen- und energiesparende nachbarschaftliche Projekte. Ein gutes Motto für mich lautet: Lokales Handeln verändert die Welt.

Warum genau das?

Es geht mir wesentlich um den Erhalt der Lebensgrundlagen für Mensch und Natur und für die nachfolgenden Generationen. Darin sehe ich unsere große Verantwortung. Zudem erwarte ich eine Erhöhung unserer Lebensqualität durch gelebte Gemeinschaft.

Transition Town Essen im Siepengarten

Transition Town Essen im Siepengarten

Was macht das Thema für Sie so besonders?

Es ist ein Thema, das alle unsere Handlungsbereiche umfasst: Unsere gesamte Lebensweise, unser Umgang mit Natur und Technik, mit bewährtem Alten und mit Fortschritt, mit Menschen in unserer Gesellschaft und mit anderen Kulturen. In alle Bereiche hinein reicht unser Handeln und genauso können wir jeden Tag mit unserem Handeln etwas bewirken.

Was war dabei das tollste und das enttäuschendste Erlebnis?

Es gibt keine so herausragenden einzelnen Ereignisse für mich, jedoch viele gute Momente: Wenn Resonanz und Begeisterung zu spüren sind und Synergien wirksam werden. Dann fühlt sich plötzlich Vieles leichter an und Freude wird frei. Das war für mich z. B. bei Feiern im Siepengarten verbunden mit Solarkocherbau-Aktionen so und z. B. bei dem Transition Town Aktionstag in der VHS. Enttäuschend sind für mich z. B. Missverständnisse und Konflikte durch Meinungsverschiedenheiten. Mir wird immer deutlicher, dass eine gute Kommunikation ein ganz wichtiges Lernfeld darstellt, das für Strukturen der Selbstorganisation besonders wichtig ist.

Was macht für Sie Lebensqualität aus?

Nach der Erfüllung der wirklichen Grundbedürfnisse sind es für mich gute Gemeinschaftserfahrungen, Zeit und Möglichkeit zur Entfaltung des Ureigenen, immer wieder in der Natur auftanken können, Erfahrung von Wertschätzung und Lebensfreude!

Ihre Stadt, die Welt und Sie in 20 Jahren

Eine grüne Stadt mit Essbarem überall, Gemeinschaft in den Stadtteilen mit offenen Räumen, kostenfreier (von allen getragener) Nahverkehr. In der Welt Respekt vor den verschiedenartigen Kulturen. Statt globalisierter Wirtschaft mit Konzern- und Konsum-Macht Selbstbestimmung und weitmögliche Selbstversorgung getragen von dem Land, in dem wir/sie leben.

Ihre Tipps für alle, die etwas verändern wollen

Mit dem beginnen, was besonders am Herzen liegt und die Gemeinsamkeit mit ähnlich Gesinnten und in Gruppen suchen.

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